Der Speicher steht! In Regensburg entsteht das erste Mehrfamilien-Sonnenhaus

Jürgen Huber, 3. Bürgermeister von Regensburg, lobte das private Engagement für den Klimaschutz. Auf dem Foto zu sehen (v.l.n.r.): Christian Piwonka (Geschäftsführer Lebensraum³), Bürgermeister Jürgen Huber, Ursula Bauer (Bauherrin), Martin Bauer (Bauherr) Bild: Sonnenhaus-Institut

Ruhig schwebt der knapp fünf Meter hohe Stahltank durch die Luft, wird umsichtig und routiniert von dem Kranführer an seinen Aufstellort dirigiert und findet seinen Platz in dem Rohbau des ersten Mehrfamilien-Sonnenhauses in Regensburg. Der Wärmespeicher mit 9.400 Liter Fassungsvermögen ist das Herzstück des Gebäudes und wird künftig die Wärme von 40 Quadratmetern Solarkollektoren speichern.

Das wird den Mietern des Neubaus im Stadtteil Kumpfmühl niedrige Heizkosten bescheren und der Umwelt viele klimaschädliche Emissionen ersparen. Denn dank des ausgeklügelten solaren Heizsystems kann etwa die Hälfte des Energiebedarfs für die Raumheizung und das Warmwasser solar gedeckt werden. Am Mittwoch, 13. November 2019, wurde der Wärmespeicher in der Nibelungenstraße aufgestellt. Um das Engagement der Baugemeinschaft zu würdigen, nahm Jürgen Huber, dritter Bürgermeister der Stadt Regensburg, an dem sogenannten Speichereinbringen teil.

Entscheidung für Solarwärme

„Wir haben uns bewusst für Solarthermie und nicht für die zurzeit viel populärere Photovoltaik entschieden“, sagt Martin Bauer. „Wir hätten auch ein Sonnenhaus mit einer großen Photovoltaikanlage und einer solarstromgeregelten Wärmepumpe bauen können. Aber uns gefallen die direkte Wärmeerzeugung und der hohe Wirkungsgrad von Solarthermie-Anlagen. Außerdem sind wir so in der Wärmeversorgung unabhängig vom Stromnetz und steigenden Stromkosten.“

Der knapp fünf Meter hohe Wärmespeicher, der hier über dem Rohbau schwebt, wird die Wärme von 40 Quadratmetern Solarkollektoren zwischenspeichern. Foto: Sonnenhaus-Institut

Die 40 Quadratmeter Solarkollektoren werden Heizenergie erzeugen, die, sofern sie nicht sofort verbraucht werden kann, in dem nun aufgestellten Solartank vorgehalten wird. Die Zwischenspeicherung ist über mehrere Wochen möglich, was in den Übergangszeiten von Vorteil sein wird. In den kalten und sonnenarmen Monaten November bis Januar heizt eine Brennwerttherme zu. Durch die Solarheizung fallen nur etwa 900 Euro brutto für Heizkosten bzw. Erdgas pro Jahr für die fünf Wohnungen an.

Für das solare Heizkonzept ist eine gute Dämmung Voraussetzung. Bei diesem Haus mit KfW- Effizienzhaus-Standard 55 wird sie mit 42,5 cm dicken Wärmedämmziegeln erreicht. Außerdem ist das Gebäude nach Süden ausgerichtet, so dass die passive Solareinstrahlung durch die Fenster den Wärmebedarf reduziert. Die 45 Grad Dachneigung ist optimal für die Montage der Solarkollektoren. So trifft die dann tiefstehende Sonne im Winter senkrecht darauf und erzeugt viel Solarwärme.

Der Wärmespeicher an seinem Aufstellort, perfekt eingepasst und aufgestellt. Foto: Sonnenhaus-Institut

Am späten Nachmittag war der Wärmespeicher aufgestellt und befestigt. Damit ist eine wichtige Etappe in dem Bauvorhaben erreicht. Nun wird fleißig weitergemauert, und wenn das Dach fertig ist, können die Solarkollektoren montiert werden. Wenn alles laut Plan läuft, wird das Mehrfamilienhaus Ende nächsten Jahres bezugsfertig sein.

 

Daten – Zahlen – Fakten
zum ersten Mehrfamilien-Sonnenhaus in Regensburg

Gebäudetyp:
Mehrfamilienhaus mit 5 Mietwohnungen
(1 bis 3 Zimmer mit 40 bis 80 m² Wohnfläche)
Standort: Regensburg-Kumpfmühl, Nibelungenstraße 21
KfW-Effizienzhaus-Standard 55

Bauweise:
Massivbau, Außenwände 42,5 cm Wärmedämmziegel
Wohnfläche: 290 m²
Nutzfläche nach ENEV: 542 m²
Normwärmebedarf: 22.242 kW

Wärme / Heizsystem:
Jahresbedarf Brennstoff (Erdgas) für Heizung und Warmwasser: 11.274 kWh
Sonnenhaus-Konzept gemäß Sonnenhaus-Institut (www.sonnenhaus-institut.de)
Solarthermie-Anlage:
32 m² auf Steildach mit 45 Grad Dachneigung
7,5 m² auf Gaubendach
Wärmespeicher: Pufferspeicher mit 9.400 l Volumen, 4,8 m hoch, über 2 Stockwerke (Keller – EG),
mit Frischwasserstation und Lademanagement
Solarer Deckungsgrad (errechnet): 51,9 %
CO2-Einsparung gegenüber Referenzsystem: 2.809 kg / Jahr
Wärmeverteilung: Fußbodenheizung
Nachheizung: Gasbrennwerttherme mit 20 kW Leistung

Dämmung:
42,5 cm dicke Ziegelmauer, T8 Ziegel – Hochlochziegel, gefüllt mit Mineralwolle

Lüftungsanlage:
Wohnungsweise komfortable Wohnraumlüftungen mit Wärmerückgewinnung,

Details Dachgeschoss:
Holzdachstuhl mit Mineralwolle- und Holzfaserdämmung, ca. 40 m² Einbau-Solarthermie-Kollektoren in Ziegeldach

Baubeginn: September 2019
Bauende (geplant): Ende 2020

Baupartner:
Planung Gebäude: Ursula Bauer und LEBENSRAUM³
Planung Anlagentechnik, Sonnenhaus-Regelungstechnik, Montage Anlagentechnik: Fa. Schuster Gebäudetechnik
Baufirma: Hammerl Bau
Systemlieferant Solartechnik: SST Solar
Hersteller Wärmespeicher: Jenni Energietechnik
Lüftungsanlage: Zehnder

Weitere Informationen:
LEBENSRAUM³ Planung und Bauprojekt GmbH: www.lebensraumhoch3.de

Für Presse-Rückfragen:
Ina Röpcke
PR Sonnenhaus-Institut e.V.
Tel. 089 / 500 788 15
Mobil: 0177 / 381 75 20
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Martin Bauer
Bauherr und Geschäftsführer LEBENSRAUM³ Planung und Bauprojekt GmbH
Hildegardstraße 3, 93138 Lappersdorf
Tel. 0941 / 870 15 56
Mobil 0171 / 194 18 35
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Sonnenhaus Institut e.V.
Geschäftsstelle Deggendorf
Dipl.-Ing. (FH) Christian Kerschl
Nordweg 11
94469 Deggendorf
Tel.: 0991-2909844
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Lebensraum³:
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Pressemeldung 15.11.2019

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