Bautagebuch Teil 5: Familie Piasentin bezieht Sonnenhaus in München – Strom und Wärme von der Sonne

Das Sonnenhaus von Familie Piasentin wird zu rund 80 Prozent solar beheizt. Auch den Strombedarf decken sie weitegehend solar. Foto: Sonnenhaus-Institut

Daniela Piasentin macht aus ihren anfänglichen Bedenken kein Geheimnis. „Ein Haus, das fast nur mit der Sonne beheizt wird, geht das wirklich?“ Das waren ihre Gedanken, als sie begann, mit ihrem Mann das eigene Heim zu planen. „Aber ich wusste, wenn mein Mann das möchte, dann hat er es gut geprüft und weiß, dass es funktioniert“, sagt sie und lacht. Also haben sie in München ein Sonnenhaus gebaut, das zu knapp 80 Prozent solar beheizt wird. Und nicht nur das: Auch ihren Strombedarf decken sie weitgehend mit einer Photovoltaikanlage. Ein Solarstromspeicher sorgt dafür, dass sie den selbst erzeugten Strom auch dann nutzen können, wenn die Sonne nicht scheint.

Seit Ende Oktober 2018 lebt die fünfköpfige Familie in dem Haus mit 190 Quadratmeter Wohnfläche und Effizienzhaus Standard KfW 40+. Auf dem Grundstück stand vorher das Haus der Großeltern von Micha Piasentin. Die Dächer in der Siedlung sind sehr steil und so fällt auch das neue Haus mit dem 45 Grad steilen Dach, das für die Solarwärmeerzeugung optimal ist, nicht aus dem Rahmen. Nur wer genauer hinschaut, sieht den Unterschied.

Solardach für Wärme- und Stromversorgung

Das Süddach ist mit einem Photovoltaik-Solarthermie-Kombisystem von SST Solar bestückt. Fotos: Sonnenhaus-Institut

Anstelle von herkömmlichen Dachziegeln ist die nach Süden gerichtete Dachfläche komplett mit einem Solarsystem mit 36 Quadratmeter Solarkollektoren und 30 Quadratmeter Solarstrommodulen bedeckt. Das System ist optisch ansprechend in die Dachhaut integriert.
Die Solarthermieanlage erzeugt Wärme für die Raumheizung und das warme Wasser. Für die Zwischenspeicherung der gerade nicht benötigten Heizenergie wurde ein Wärmespeicher mit 7.260 Kubikmeter Fassungsvermögen aufgestellt. Er ist nur im Technikraum im Keller zu sehen. Für die Nachheizung in den sonnenarmen Monaten wurde ein Kaminofen im Wohnbereich eingebaut. Das Nachheizen ist nur in den kalten Wintermonaten November bis Februar nötig. Also genau dann, wenn man sich nach einem knisternden Feuer sehnt. „Die Nachheizmenge wird noch weniger werden, weil der Heizenergieverbrauch über die nächsten Jahre sinkt“, ergänzt Andreas Schuster, Geschäftsführer von Schuster Gebäudetechnik in Büchlberg, der die Sonnenhaus-Heizung geplant und installiert hat. „Dies liegt an der Restbaufeuchte im massiven Ziegelhaus, für das im ersten Jahr Energie zum Verdunsten verbraucht wird.“

Solarstrom-Akkus ermöglichen mehr Eigenverbrauch

Die PV-Akkus haben eine Speicherkapazität von knapp 9 Kilowattstunden. Fotos: Sonnenhaus-Institut

Micha Piasentin interessiert sich im Moment besonders für den Stromspeicher. „Ich freue mich jeden Tag, wenn ich sehe, wie die Batterie gefüllt wird und die Kurve nach oben geht“, erzählt der 47-jährige Ingenieur und Energieberater. Seit Mitte März ist der Solarstromspeicher angeschlossen. Das Grundmodul hat 6,4 kWh Speichervermögen, Piasentin hat gleich noch zwei Zusatzmodule mit jeweils 1,28 kWh zusätzlich installieren lassen. Die Lithium-Ionen-Akkus speichern Solarstrom aus der Photovoltaik-Anlage mit 5 Kilowatt Leistung. Damit werden die elektrischen Geräte im Haus und die Haustechnik versorgt.

Smart Home-Steuerung für Haus- und Energietechnik

Letztere ist etwas komplexer, denn Familie Piasentin hat eine Smarthome-Steuerung einbauen lassen. Über eine App können seine Frau und er zum Beispiel die Heizung, die Lüftungsanlage und die Beleuchtung steuern und kontrollieren. „Der Strom reicht aus“, sagt Piasentin, „vormittags ist immer noch Strom im Akku.“ Seine Erwartungen sind komplett erfüllt. Und auch seine Frau sagt: „Ich bin total überzeugt, jetzt weiß ich, dass es funktioniert.“ Heute ist sie diejenige, die interessierten Nachbarn und Freunden das Energiekonzept erklärt. Für sie stellt sich jetzt nur noch eine Frage: „Warum machen das nicht viel mehr?“

Attraktive Förderung für Sonnenhaus-Anlagen

Dies auch vor dem Hintergrund, dass es eine sehr attraktive Förderung für dieses solare Energiekonzept gibt. Denn immerhin werden durch die großen Solaranlagen beträchtliche klimaschädliche Emissionen vermieden und fossile Rohstoffe eingespart. So gibt es im Marktanreizprogramm der BAFA Zuschüsse für große Solarheizungen, und die KfW-Bankengruppe gewährt in ihrem Programm „Energieeffizient bauen“ Tilgungszuschüsse. Darüber hinaus gibt es Förderprogramme der Länder, die genutzt werden können, in Bayern zum Beispiel das 10.000 Häuser-Programm. Durch die verschiedenen Fördertöpfe werden die Mehrkosten für die Sonnenhaus-Heizung zu einem großen Teil aufgefangen. Der Rest zählt sich in den nächsten Jahren über die eingesparten Energiekosten zurück, dann heizt die Familie umsonst und umweltfreundlich ohnehin.

Baupartner:

Architekt: Thomas Dirschedl www.sonnenhauskonzept.de

Planung und Installation Sonnenhaus-Technik: Schuster Gebäudetechnik www.schustergebaeudetechnik.de

Solarsystem: SST Solar www.sst-solar.com

Wärmespeicher: Jenni Energietechnik www.jenni.ch

Lesen Sie mehr in den ersten Folgen unseres Bautagebuchs. Die technischen Daten zu dem Sonnenhaus finden Sie in Teil 1.

Teil 1: Wenn der Traum vom Sonnenhaus in Erfüllung geht
(mit technischen Daten)

Teil 2: Speicherstellen vor Schäfchenhimmel

Teil 3: Solardach komplett – Richtfest beim Sonnenhaus Piasentin

Teil 4: Endspurt auf den Einzug

Für Presse-Rückfragen:

Ina Röpcke
PR Sonnenhaus-Institut e.V.
Tel. 089 / 500 788 15
Mobil: 0177 / 381 75 20
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Sonnenhaus Institut e.V.
Dipl.-Ing. (FH) Christian Kerschl
Geschäftsführer
Nordweg 11, 94469 Deggendorf
Tel.: 0991 / 2909844
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Website-Text 13.09.2019

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