Wie geht Energy Sharing und welches Potential kann es entfalten?

Wer heute ein Smart Meter zuhause in Betrieb hat, gehört noch immer zur Ausnahme in Deutschland. Unserem Mitglied M. Hoevel gelang es bereits 2023 – nach einem langwierigen und mühsamem Bestellprozess – ein Smart Meter geordert und installiert zu bekommen. Ein solches Gerät ist nicht nur Voraussetzung für den Bezug variabler Strompreise sondern auch für die Teilnahme am Energy Sharing. Foto: M. Hoevel/Sonnenhaus-Institut e.V.

Seit 01. Juni ist laut Gesetzgeber „Energy Sharing“ in Deutschland möglich. Stark vereinfacht kann man das so erklären: Private (oder genossenschaftliche) Betreiber von regenerativen Stromerzeugungsanlagen (also primär PV-Solarstrom) können den erzeugten Strom ab nun mit anderen Verbrauchern über das öffentliche Stromnetz teilen. Das klingt spannend, hängt aber von einigen Vorbedingungen ab.

Grundvoraussetzung dafür ist, dass beide Seiten (Erzeugungs- und Verbrauchsstelle) im Gebiet („Bilanzkreis“) desselben Netzbetreibers liegen und jeweils über ein Smart Meter (siehe Bild) verfügen. Und vor allem gibt es diese Möglichkeit nicht kostenlos: Für die transportierten Strommengen werden die vollen Gebühren und Netzentgelte fällig.

Im Sinne eines hohen Selbstversorgungsgrades plädiert das Sonnenhaus-Institut seit jeher dafür, dass die regenerative Energie für Gebäude nach aller Möglichkeit auch am Gebäude vor Ort produziert wird. Der Selbstversorgung und damit der Selbsterzeugung ordnen wir also höchsten Stellenwert zu.

Aber es gibt durchaus Fälle, in denen eigene regenerative Versorgung vor Ort nicht oder nur eingeschränkt möglich ist: Fehlende Flächen am Gebäude bzw. auf dem Grundstück, zu starke Beschattung oder Einschränkungen durch das Baurecht oder den Denkmalschutz. Außerdem ist das Thema „Energy Sharing“ nicht nur für Gebäude sondern darüber hinaus z.B. auch für die E-Mobilität relevant.

Es dürfte also spannend werden, wie sich dieser neue Baustein in der Energiewende entwickeln wird. Neutrale Basisinformation ist zunächst wichtig, um Möglichkeiten für den eigenen Bedarf zu beurteilen und zu planen.

Deshalb hierzu eine Empfehlung an Sie:
Unser Kooperationspartner Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) bietet eine neue Themenseite an, die in Zukunft laufend aktualisiert wird: https://www.dgs.de/beratung-und-kompetenz/energy-sharing-in-deutschland/
Außerdem finden Sie auf youtube eine informative Einführung über Energy Sharing von DGS-Experte Jörg Sutter (DGS): https://www.youtube.com/watch?v=ex9tmSylnVg

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