D-49477 Ibbenbüren (Nordrhein-Westfalen)

MFH / Klimaschutzsiedlung NRW

Eckdaten

Neubau Mehrfamilienhaus
Massivbau
/2020
693.5 m² (berechnet)
864 m² (berechnet)
6.8 kW (berechnet)
Solarkollektor
Photovoltaik
10013 kWh (berechnet)
18395 kWh (geschätzt)
57.2 m² / 80 °
20.2 kWp / 30 °
-22° (+90°= West)
+90= West, -90 = Ost° (-90°= Ost)
81% (berechnet)
59 %
10000 l

Bei dem Gebäude handelt sich um eines von 5 geplanten Gebäuden. Zwei der fünf Gebäuden wurden bereits realisiert und im Spätsommer 2020 in Betrieb genommen.
Neben dem Passivhausstandard werden auch die Kriterien eines Effizienzhaus 40+ sowie die des Sonnenhaus-Standards erfüllt.
Eine Besonderheit dieses Projektes besteht darin, dass das Gebäude neben einem sehr hohen System Nutzungsgrad einen sehr hohen Deckungsanteil an regenerative Energie hat. Dies wird dadurch erreicht, dass das Erdreich unterhalb des Gebäudes als saisonaler Speicher genutzt wird. Auf diese Weise ist eine sehr resiliente Energieversorgung möglich, d. h. selbst wenn das Gebäude vom Netz getrennt würde, wäre ein weiterer Betrieb mit nur sehr geringen Einschränkungen wie zum Beispiel einer etwas reduzierten Raumtemperatur dennoch weiterhin nutzbar.
Das Projekt wurde von der Auswahlkommission des Bauministeriums in Nordrhein-Westfalen entsprechend als Klimaschutzsiedlung eingestuft.

Die Bodenplatte besteht aus einer 200 mm starken Betonplatte, einer 140 mm starken Dämmung aus EPS-Dämmung (035) und einem 50 mm starken Zementestrich. Die Bodenplatte wird thermisch aktiviert und mit Restwärme aus der thermischen Solaranlage beheizt. In Verbindung mit dem Anergie Speicher unter dem Gebäude gibt es praktisch keine Verluste zum Erdreich.
U-Wert = 0,233 W/(m²K)

Die Gebäude werden hauptsächlich mit Solarenergie versorgt. Bezogen auf die Heizenergie sind dies etwa 80 %, bezogen auf die Gesamtenergie (inkl. Strom) etwa 60 %.
Reduktion der Grauen Energie durch Bauteilaktivierung der Bodenplatte durch Nutzung der Restwärme der thermischen Solaranlage.

Das Gebäude wird hauptsächlich über eine thermische Solaranlage mit Wärme versorgt. Bei geringer Einstrahlung wird die Niedertemperaturwärme genutzt, um die Bodenplatte zu beheizen. Solarer Überschuss wird in dem Anergiespeicher unter dem Gebäude gespeichert. Die Wärmepumpe nutzt den Anergiespeicher als Wärmequelle und Vorwärmsystem für die thermische Solaranlage. Erzeugt die Fotovoltaikanlage mehr Strom, als benötigt wird, wird die Wärmepumpe leistungsgeregelt betrieben, um den Überschuss im Eigenbedarf zu nutzen.
Die Wärme wird wohnungsweise an die Lüftungsanlagen sowie die Frischwasserstationen zur Warmwasserbereitung verteilt.


Lüftung: Paul, focus 200 PHI-zertifiziertes Lüftungsgerät
Luftdichtheit: n50 = 0,52/h


Dipl. Ing. Bernhard Gelze


Bauherrengemeinschaft Robben und Vogt


Patynek GmbH