Trend zum Mehrfamilien-Sonnenhaus setzt sich fort

Jahreshauptversammlung des Sonnenhaus-Instituts bestätigt den Trend hin zu weitgehend solar beheizten Mehrfamilienhäusern und Geschosswohnungsbauten – Stärkerer Fokus auf Photovoltaik und Elektromobilität im Sonnenhaus – Sonnenhaus-Institut begrüßt neue Mitglieder

Foto: Sonnenhaus-Institut / Gemeinhardt AG / Udo Geisler

Auf der Jahreshauptversammlung des Sonnenhaus-Institut e.V. am Freitag, 24. November 2017, haben Vorstand und Mitglieder die Öffnung des Sonnenhaus-Konzeptes für Photovoltaik und Wärmepumpen bekräftigt. Um die Sektorkopplung „Solarenergie für Wärme, Strom und Mobilität“ in dem Bau- und Energiekonzept stärker bekanntzumachen, will der Verein 2018 einen zusätzlichen Fokus auf die Elektromobilität in Sonnenhäusern legen. Darüber hinaus setzt sich der Trend hin zu Sonnenhaus-Konzepten in Mehrfamilienhäusern und im Geschosswohnungsbau fort. Neue Mitgliedsunternehmen wie Sonnenkraft und Varmeco verstärken den Verein.

Ursprünglich fokussierte das Sonnenhaus-Bau- und Energiekonzept auf großen Solarthermie-Anlagen zum Erreichen eines solaren Deckungsgrades von mindestens 50 Prozent in der Wärmeversorgung. Seit der Einführung der neuen Kategorien Ende 2014 sind auch Sonnenhäuser mit großen Photovoltaikanlagen zum Erreichen dieses Ziels möglich. Sie werden in „Sonnenhaus Plus“ und „Sonnenhaus Autark“ unterschieden. Letztere weisen einen Autarkiegrad von mindestens 50 Prozent auf, wobei „Autarkiegrad“ das Verhältnis von eigenverbrauchtem Solarstrom zum gesamten Stromverbrauch („Technikstrom“ plus Haushaltsstrom) bezeichnet. Werden Wärmepumpen genutzt, so sollen sie solarstromgeregelt sein, so dass möglichst wenig fossiler Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen werden muss. Große Solarthermie-Anlagen werden aber auch weiterhin eine wichtige Rolle im Sonnenhaus-Konzept spielen.

Photovoltaik-Sonnenhäuser in Forschungsprogrammen

Foto: Sonnenhaus-Institut / Gemeinhardt AG / Udo Geisler

Erste Photovoltaik-Häuser befinden sich bereits in Forschungsprogrammen, zum Beispiel ein Sonnenhaus in Heilbronn, das KHB-Creativ Wohnbau gebaut hat, sowie das Smart Home von Mitglied Matthias Gemeinhardt in Döhlau bei Hof. Sie werden in dem Programm Solsys vermessen.

„Der Begriff Sonnenhaus steht heute für intelligente Eigenversorgung mit Solarenergie für hohe Autarkiegrade bei Wärme, Strom und Mobilität“, betont Georg Dasch, Vorstandsvorsitzender Sonnenhaus-Institut e.V. Eine größere Bedeutung, als es zurzeit noch der Fall ist, werde das Thema Elektromobilität bekommen. „Es ist mehr als naheliegend, die Photovoltaik-Eigenversorgungsquote mit einem Elektroauto zu erhöhen“, begründet Dasch dies.

Mehrfamilien-Sonnenhäuser im Entstehen

Wie schon 2016, wurden auch in diesem Jahr wieder mehrere Mehrfamilienhäuser mit mehr als drei Wohneinheiten gemeldet. Mit 67 Prozent Anteil an den gemeldeten fertiggestellten Sonnenhäusern nehmen Einfamilienhäuser aber noch den Großteil ein. „Wir gehen davon aus, dass sich die Gewichtung in Richtung größere Gebäude verschieben wird. Je größer die Solaranlagen, desto wirtschaftlicher ist das Sonnenhaus-Konzept und desto mehr Vorteile bringt es für Baufirmen und Vermieter bzw. Eigentümer und Mieter in Mehrfamilienhäusern“, kommentiert Dasch.

Einige weitgehend solar beheizte Mehrfamilienhäuser sind gerade im Entstehen, unter anderem in Cottbus, Chemnitz, Obersulm bei Heilbronn und Wilhelmshaven.

Auch gewerblich genutzte Sonnenhaus-Objekte wurden gemeldet. Ein Beispiel ist das neue Firmengebäude von SST Solar, einem Hersteller von Solarthermie- und Photovoltaiksystemen in Vorarlberg. Hier sind an der Fassade 296 Quadratmeter Solarkollektoren installiert. Die Wärme wird vorwiegend im Betonkern der Hallensohle gespeichert (solarthermische Bauteilaktivierung). Für die Raumheizung im Büro ist ein Ausgleichsspeicher mit 5.000 Liter aufgestellt. Der errechnete solare Deckungsgrad für die Wärmeversorgung liegt bei nahezu 100 Prozent. Mit der Photovoltaik-Anlage auf dem vollbelegten Hallendach wird zudem deutlich mehr Strom erzeugt, als im Unternehmen verbraucht wird.

Weiterhin hat die Stadt Moosburg an der Isar acht Sonnenhäuser in einen Bebauungsplan aufgenommen. Ebenfalls in Moosburg gibt es eine Vorplanung des Kollektor- und Speicherherstellers Citrin Solar für eine Reihen- und Mehrfamilienhaus-Siedlung in Sonnenhauskonzeption. Diese Projekte stellte Bernd Kerscher, Architekt und Mitglied im Vorstand des Sonnenhaus-Instituts, vor.

Mitglieder kooperieren

Darüber hinaus kann der Sonnenhaus-Institut e.V. neue Mitglieder begrüßen, beispielsweise die deutsche Tochterfirma des österreichischen Herstellers Sonnenkraft sowie Varmeco, Hersteller von Heizungssystemtechnik mit hygienischer Trinkwarmwasserbereitung aus dem bayerischen Kaufbeuren. Varmeco hat sich bereits mit zwei weiteren Mitgliedsfirmen im Sonnenhaus-Institut, dem Speicherhersteller Sirch und dem Hersteller von Solarthermie- und Photovoltaiksystemen SST Solar, zu einem losen Verbund zusammengeschlossen. Gemeinsam bietet das Netzwerk maßgeschneiderte Heizungssystemtechnik aus einer Hand mit Monitoring und Fernzugriff an. „Wir freuen uns besonders, wenn unsere Mitgliedsunternehmen die Chance nutzen und sich vernetzen, um gemeinsam mehr für die Verbreitung des Sonnenhaus-Konzeptes zu erreichen“, begrüßt Georg Dasch die Kooperation.

Dasch und seine Kollegen aus dem Vorstand blicken zuversichtlich in die Zukunft: „Die EU-Gebäuderichtlinie für Niedrigstenergiehäuser erfordert es, sich mit Solarenergie auseinander zu setzen. Das ist eine Motivation mehr, sich mit Sonnenhäusern zu befassen.“

Mehr Informationen:

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Sonnenhaus-Kategorien Sonnenhaus Standard, Plus, Autark und im Bestand:
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Sonnenkraft: www.sonnenkraft.de
Varmeco: www.varmeco.de

Für Presse-Rückfragen:

Sonnenhaus-Institut e.V.
Georg Dasch
1.Vorsitzender
Tel. 09421 / 71260

Sonnenhaus Institut e.V.
Dipl.-Ing. (FH) Christian Kerschl
Geschäftsführer
Nordweg 11
94469 Deggendorf
Tel.: 0991 / 2909844
Email: kerschl@sonnenhaus-institut.de

 

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