10 Jahre Sonnenhaus-Institut

Sonnenhäuser sparen jährlich mehr als 10.500 Tonnen CO2

Straubing, 15. Juli 2014 – Zehn Jahre sind seit der Initiative von Georg Dasch und Wolfgang Hilz zur Gründung des Sonnenhaus-Instituts e.V. vergangen. Inzwischen sparen Sonnenhäuser bundesweit jährlich insgesamt mehr als 10.500 Tonnen CO2 ein. Dies entspricht dem CO2-Ausstoss eines Mittelklassewagens, der rund 2.000 Mal die Erde umkreist. Für den Bau eines Sonnenhauses sprechen neben ökologischen auch wirtschaftliche Gründe: Dies zeigt sich an einem Sonnenhaus der ersten Stunde im Bayerischen Wald. Seit seiner Fertigstellung im Jahr 2004 bissh_hofmann zum heutigen Tag spart es rund 11.000 Euro Energiekosten ein.

Seit Gründung des Sonnenhaus-Instituts entstanden mehr als 1.600 weitgehend solar beheizte Niedrigenergiehäuser nach dem Bau- und Heizkonzept des Sonnenhaus-Instituts. „Wir sind sehr stolz auf unseren nachhaltigen Erfolg. Das Sonnenhaus zählt zu den Gebäudekonzepten, die aufgrund des geringen CO2 Ausstoß und des geringen Heiz- sowie Primärenergiebedarfs schon heute die von der EU für 2020 projektierte Leitvision erfüllen“, resümiert Georg Dasch, Architekt und 1. Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts. „Kombinieren Bauherren das solarthermische Heizkonzept mit einer Photovoltaikanlage, die es ihnen ermöglicht, den selbst erzeugten Solarstrom zu verbrauchen, können sie sicher sein, dass ihr Sonnenhaus sie vor steigenden Heizkosten und Strompreisen schützt.”

Nachhaltig überzeugt von dem Konzept Sonnenhaus sind auch Daniela Hutterer und Alois Hofmann. Als Pioniere der ersten Stunde bauten sie bereits 2004 ein Sonnenhaus mit 160 Quadratmeter Wohnfläche. 42 Quadratmeter Kollektoren sammeln die Sonnenwärme, die ein 8.300 Liter fassender Pufferspeicher vorhält. Insgesamt deckt die Sonne etwa 75 Prozent des Jahreswärmebedarfs. Ein 15kW Pelletkessel, sorgt mit durchschnittlich 650 bis 700 Kilogramm Pellets pro Jahr für die restliche Wärme. Der Primärenergiebedarf dieses Sonnenhauses liegt mit 10kWh pro Quadratmeter und Jahr um 80 Prozent unter der Mindestanforderung der aktuellen Energieeinsparverordnung. Im Vergleich zu dem Referenzgebäude der aktuellen EnEV mit Ölbrennwertkessel und kleiner Brauchwasser-Solaranlage, sparen die Bewohner aktuell etwa 900 € Brennstoffkosten pro Jahr.

„Wir würden jederzeit wieder ein Sonnenhaus bauen: allein wegen der Heizkostenersparnis. Die Sonne nimmt uns gut dreiviertel der Heizkosten ab. Bislang kamen wir pro Jahr mit durchschnittlich 125,- Euro für Pellets gut aus“, resümiert Alois Hofmann. „Hinzu kommt das angehnehme Wohnklima. Boden- und Wandheizungen sorgen mit ihrer flächigen Strahlung für eine gleichmäßig wohlige Wärme.“

Die Techniker und Experten des Sonnenhaus-Instituts wissen, dass die Erfahrungen der beiden kein Einzelfall sind. Seit Gründung des Kompetenznetzwerks tragen sie ihr Wissen und ihre Kenntnisse zusammen. Im Rahmen umfassender und langfristig angelegter Mess- und Auswertungsverfahren sammeln sie über Jahre hinweg relevante Daten und werten diese anschließend aus. Die Evaluierungen dienen auch dazu, das Sonnenhaus weiter zu optimieren. Insbesondere spielt die Eigenversorgung mit Strom eine wichtige Rolle. Sie ergänzt die solarthermische Heizanlage zu einem Sonnenhaus Plus. Mit regelmäßigen Schulungen und Seminaren verbreitet das Sonnenhaus-Institut fundiertes Fachwissen für solares Bauen.

„Mit dem Sonnenhaus-Institut ist es uns gelungen, ein bewährtes Heizkonzept weiter zu entwickeln und es für neue Technologien zu öffnen“, so Hilz, Solar-Ingenieur und 2. Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts. „Dadurch wird es einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich und bleibt zukunftsfähig.“

Das Sonnenhaus-Institut ist auf einem guten Weg. Über 320 Mitglieder stärken das Kompetenznetzwerk. Für dieses Jahr wurde der Bau von etwa 300 Sonnenhäusern angekündigt. Das Konzept ist sowohl auf Ein- und Mehrfamilienhäuser als auch auf Funktionsgebäude anwendbar. Eine Solarstromanlage zur (teilweisen) Deckung des Bedarfs an Haushaltstrom ist eine sinnvolle Ergänzung der solarthermischen Heizung. Sonnenhaus-Bewohner können mit diesem unkomplizierten Bauprinzip gelassen jeder Energiepreiserhöhung entgegensehen und jederzeit guten Gewissens komfortable Temperaturen genießen.

 

Zum Download:
Faktenblatt Sonnenhaus Hofmann

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Sonnenhaus Institut e.V.