Sonnenhaus – Das 1-Literhaus der Komfortklasse
Vortrag von Georg Dasch, 1. Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts e.V., am Sonntag, 24. Oktober, 11.00 Uhr, auf den Chamer Umwelttagen
Straubing, 20. Oktober 2004. „Ökologisch bauen – gesund wohnen“: Passend zu diesem Motto der Chamer Umwelttage stellt Georg Dasch, Architekt und 1. Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts e.V. am Sonntag, 24. Oktober, um 11.00 Uhr in der Stadthalle Cham das „Sonnenhaus – Das 1-Liter-Haus der Komfortklasse“ vor.
Bei dem Sonnenhaus-Bau- und Heizkonzept stehen Energieeinsparung und Wohnkomfort im Mittelpunkt. Mindestens die Hälfte des Wärmeenergiebedarfs wird durch eine Solaranlage gedeckt. Für den Restbedarf sorgt eine moderne abgasarme Holzheizung. Hierdurch tragen die Bewohner des umweltfreundlichen Hauses nicht nur zum Umwelt- und Klimaschutz bei, sie sparen auch einen Großteil der Heizkosten, die bei konventionellen Energieträgern anfallen, ein. Naturbelassene Materialien wie Zellulose und Holz-Weichfaserplatten für die Holzrahmenbauweise tragen
zum gesunden Wohnen bei. Auch bei dem Heizsystem stehen die Bedürfnisse der Bewohner im Vordergrund. Für die Wärmeabgabe werden Flächenheizungen eingesetzt, die der menschlichen Physiologie am nächsten kommen. Ein hoher Strahlungsanteil und eine geringe Luftbewegung, wodurch Staubaufwirbelung vermieden wird, garantieren ein angenehmes und hygienisches Wohnklima.
„Sonnenenergie ist das einzige, was unbegrenzt und in Hülle und Fülle zur Verfügung steht“, sagt Georg Dasch, der seit vielen Jahren auf Sonnen- und andere Niedrigenergiehäuser spezialisiert ist. „Warum sollen wir sie also nicht nutzen?“ Mit dem Sonnenhaus-Institut, einem eingetragenen Verein mit Sitz in Straubing, hat er sich zum Ziel gesetzt, die stärkere Nutzung der Solarenergie zur Beheizung von Gebäuden voranzutreiben. Rund 30 Häuser überwiegend im süddeutschen Raum beweisen, dass solare Deckungsgrade von 50 bis hin zu 100 Prozent bei höchstem Wohnkomfort möglich sind.
Voraussetzung hierfür ist eine sehr gute Wärmedämmung. Ist diese gegeben, kann eine großflächige Solaranlage auf einem Süddach oder an einer Südfassade einen Großteil des Wärmebedarfs für Heizung und Wasser zur Verfügung stellen. Die Wärme kann über Tage und Wochen in einem mit Wasser gefüllten Solartank mit entsprechend großem Fassungsvermögen gespeichert werden. Im Frühjahr, Herbst und Winter kann mit einer Biomasseheizung zugeheizt werden. Vollautomatische Pelletheizungen zum Beispiel sind so komfortabel wie konventionelle Heizkessel zu bedienen.
Auch in Cham ist bereits ein Sonnenhaus zu finden. Bei der Familie Dendorfer in der Straße Katzbach 17 a besteht das Dach aus einer 35 Quadratmeter großen Sonnenkollektorfläche. Hiermit kann der Heizenergiebedarf von rund 5.300 Kilowattstunden im Jahr bei einer Wohnfläche von 100 Quadratmetern zu 65 Prozent solar gedeckt. Die Wärme wird in einem Solartank mit 5,5 Kubikmetern gespeichert. Für die Nachheizung nutzt die Familie einen Holzkessel. Der Brennstoffbedarf betragt zwei bis drei Ster Holz im Jahr.
In seinem Vortrag erläutert Georg Dasch das Sonnenhaus-Konzept in Theorie und Praxis, im Neubau und im Bestand vor. Nach einer Einführung in die Grundlagen des Konzeptes erläutert er anhand verschiedener Beispiele die Möglichkeiten des weitestgehenden Heizens mit der Sonne. Neben privaten Neubauten stellt der Referent auch das erste rein solar beheizte öffentliche Gebäude Europas, das Naturpark-Informationshaus in Zwiesel, sowie den Umbau eines Altbaus in ein Sonnenhaus vor.
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