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Pressemitteilung

 
 

Jetzt Heizen mit Sonne und Holz

Antragsfrist für Solaranlagen bis 31.12.2003 verlängert

Zwiesel, 8. Oktober 2003. Eine gute Nachricht gibt es für alle Hausbesitzer und Bauherren, die eine Solaranlage für Heizung und Warmwasser nutzen möchten: Die Antragsfrist für den derzeit geltenden Zuschuss von 125 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche wurde soeben um drei Monate bis zum 31. Dezember 2003 verlängert. Dies teilte das Bundesumweltministerium mit. Der Antrag muss bis zum Jahresende bei dem Bundesamt für Wirtschaft (BAFA) eingegangen sein. Ab 1. Januar sinkt der Zuschuss auf 110 Euro pro Quadratmeter. Die Förderung wird im Rahmen des Marktanreizprogramms gewährt. Ziel ist es, die Nutzung erneuerbarer Energien zu fördern. Im Wohnungs- und Heizungsbau können durch den Einsatz von Sonnenkollektoren fossile Rohstoffe eingespart und schädliche CO2-Emissionen vermieden werden.

Ein Beispiel für die vielfältigen Möglichkeiten und den Stand der Technik ist das sogenannte Sonnenhaus. Bei dem Niedrigstenergiehaus steht die aktive Nutzung der Sonnenenergie im Mittelpunkt. Durch eine groß dimensionierte Solaranlage und eine Biomasseheizung zur Nachheizung werden mindestens 50 Prozent des Wärmebedarfs solar erzeugt, der Restbedarf wird durch Holz gedeckt. Ein Sonnenhaus, das auch vollständig solar beheizt werden kann, zeichnet sich außerdem durch eine gute Wärmedämmung, die aktive Nutzung der Sonne durch Fensterflächen auf der Südseite und einen großen Solarspeicher aus. Aufgrund der besseren Dämmwerte und der umweltweltverträglichen Naturbaustoffe empfiehlt sich Holzrahmenbauweise, möglich ist aber auch ein gut gedämmter Massivbau.

Das Konzept des Sonnenhauses wurde von dem Straubinger Architekten Georg Dasch und dem Verband der Solar-Einkaufsgemeinschaften e.V. entwickelt. Eines von zahlreichen Häusern, die seit 1997 gebaut wurden, ist das Sonnenhaus der Familie Diergardt in Straubing. Das zweigeschossige Holzhaus mit ausgebautem Dachgeschoss hat eine Wohnfläche von 220 Quadratmetern. Der Primärenergiebedarf für Heizung und Warmwasser wurde bei rund 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr ermittelt. Auf dem nach Süden gerichteten Dach wurden 60 Quadratmeter Sonnenkollektoren für die Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung installiert. Ergänzt werden sie durch 30 Quadratmeter Photovoltaikmodule zur solaren Stromerzeugung. Damit wird das 41 Grad geneigte Dach komplett solar genutzt.

Die Solarwärme wird in einem 10 Kubikmeter fassenden Solartank gespeichert. Mit 20 cm Zellulosematerial auf der Außenseite isoliert, reicht er vom Keller bis ins Erdgeschoss. Für die Nachheizung in der Übergangszeit und im Winter nutzt die Familie einen 25 kW-Holzvergaserkessel im Keller. Bis zu 50 cm lange Holzscheite passen dort hinein. Den Holzbedarf schätzen die Diergardts, die im März eingezogen sind, auf ein bis drei Ster pro Jahr. Über eine Wandflächenheizung und Heizkörper wird die Wärme gleichmäßig im Haus verteilt und sorgt so für ein behagliches Wohnklima.

Für das Funktionieren des Heizsystems ist eine gute Wärmedämmung Voraussetzung. Bei dem Straubinger Sonnenhaus wird dies durch die hochwärmegedämmten Außenwände, die bis zu 50 Zentimeter stark sind, und das sehr gut isolierte Dach erreicht. Weiterhin tragen die Holzfenster mit außenseitiger Aluschale und dreifacher Isolierverglasung zu dem günstigen Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,12 (U-Wert) bei. Auf eine Lüftungsanlage zur Be- und Entlüftung sowie Wärmerückgewinnung wurde verzichtet. Auch bei der Wassernutzung beweist Familie Diergardt Umweltbewusstsein. Das Dachwasser wird nicht in die Kanalisation geleitet, sondern auf dem eigenen Grundstück über einen Sickerschacht dem Grundwasser wieder zugeführt. Über einen eigenen Brunnen wird ein Teil des Brauchwassers wieder entnommen.

Der Antrag auf den aktuellen Fördersatz von 125 Euro pro angefangenen Quadratmeter Kollektorfläche muss bis zum 31.12.2003 beim Bundesamt für Wirtschaft (BAFA) eingereicht sein. Bei einer automatisch beschickten Biomasseheizung wie einem Pellet- und Hackschnitzelofen kann eine Förderung von mindestens 1.500 Euro in Anspruch genommen werden. Alle Bereiche sind außerdem durch das KfW CO2-Minderungsprogramm durch zinsgünstige Kredite förderfähig.

 

 

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