Bau– und Heizkonzept eines Sonnenhauses

Das Sonnenhaus – Tausendfach bewährtes, wirtschaftliches Konzept

BAU- UND HEIZKONZEPT EINES SONNENHAUSES

Ganzjährig, überwiegend mit der Sonnen zu heizen, dies ermöglicht das Bau- und Heizkonzept des Sonnenhaus-Instituts e.V. Konkret bezeichnen die Solarexperten solche Gebäude als Sonnenhaus, die ihren Jahreswärmebedarf an Heizung und Brauchwasser mindestens zu 50 Prozent mit einer thermischen Solaranlage decken. Eine solare Deckungsrate von 60 bis 70 Prozent empfehlen die Solarexperten als wirtschaftliches Optimum – möglich sind bis zu 100 Prozent.

Tausendfach hat sich dieses Konzept bislang bewährt: bei dem Bau von Ein- oder Mehrfamilien-Wohnhäusern und Funktionsgebäuden sowie bei der Altbausolarisierung.

Solarthermie ist die mit Abstand natürlichste und nachhaltigste Form der Wärmeerzeugung: sie bringt Angebot (Sonne) und Nachfrage (Verbrauch) zusammen. Dies geschieht durch einen Pufferspeicher (XXXLangzeitwärmespeicherXXX), der es ermöglicht, die über Kollektoren gewonnene Wärme, über Wochen oder Monate (vom Spätsommer bis in die Heizperiode) vorzuhalten.

VIER KOMPONENTEN FÜR EINE BEHAGLICHE WÄRME

Ein Sonnenhaus besteht aus vier aufeinander abgestimmten Komponenten. Kollektoren auf einem steil geneigten, nach Süden ausgerichteten Dach sammeln die Wärme der Sonne  und leiten sie in einen zentralen Pufferspeicher. Dieser speichert die Energie mithilfe von Wasser über mehrere Wochen oder gar Monate. Bei Bedarf gibt der Speicher die Wärme über Wandflächen– oder Fußbodenheizung individuell regelbar an die Räume ab.

Reicht die Kraft der Sonne in den kältesten und sonnenärmsten Monaten nicht aus, liefert eine Zusatzheizquelle in Form eines Stückholz- oder Pelletofens die notwendige Energie.

EIN AUSGEREIFTES KONZEPT

Das Sonnenhaus „lebt“ von der Wintersonne. Essentiell für das Funktionieren einer Sonnenheizung ist daher zum einen das tatsächliche Strahlungsangebot der Sonne in den Wintermonaten, zum anderen die optimale Ausrichtung der Solarkollektoren sowie des gesamten Gebäudes zur Sonne.

Die Solarexperten empfehlen, die Kollektoren steil anzustellen, zum Beispiel auf einem Dach mit einem hohen Neigungswinkel. Im Winter können sie so die Strahlen der tief stehenden Sonne optimal einfangen. Gleichzeitig bleiben die Kollektoren frei von Schnee und können Sonnenenergie sammeln. Im Sommer hat die steile Neigung den Vorteil, dass die Kollektoren der Sonne weniger stark ausgesetzt sind. Dies vermeidet unerwünschte Überhitzung, die für das gesamte Solarsystem ungünstig wäre.

Der Pufferspeicher oder Solartank lagert mit Hilfe von Wasser die über die Kollektoren gesammelte Wärme ein und hält sie dort über Wochen vor. So sorgt er für den Ausgleich zwischen Energieangebot und Nachfrage. XXXKollektorfläche und Speichergröße sind aufeinander abgestimmt. Der Energievorrat im Solartank hängt nicht nur von der Größe und der darin vorhandenen Wassermenge ab, sondern auch von der nutzbaren Temperaturdifferenz.XXX

Flächenheizungen in Wand oder Fußboden leiten die gespeicherte Wärme in die Wohnräume. Diese sind für jeden Raum einzeln und dem individuellen Wärmeempfinden entsprechend regelbar. Flächenheizungen benötigen im Vergleich zu konventionellen Heizkörpern geringe Vorlauftemperaturen und ermöglichen dadurch eine optimale Ausbeute der Solarwärme. In den einzelnen Räumen sorgen sie für eine angenehm gleichmäßige Wärmeverteilung.

Eine Biomasseheizung ergänzt das solarthermische Heizprinzip. Diese kann als moderner Holzvergaserkessel, für Stückholz  oder Pellets, im Keller aufgestellt werden. Für diejenigen, die sich an der wohligen Wärme sichtbaren Feuers erfreuen wollen, bietet sich ein Holzofen im Wohnraum an. Für welches Prinzip sich der Bauherr auch entscheidet: Die Solarexperten empfehlen Öfen, die mindestens 80 Prozent ihrer Leistung an das Wasser im Solartank abgeben. Der große Pufferspeicher hält diese Wärme auf Vorrat. Die Wohnraumöfen sorgen neben der behaglichen Optik mit der restlichen Abwärme zusätzlich für angenehme Temperaturen.

Große Fenster und Türen auf der Süd-, West- und Ostseite ergänzen das Baukonzept. Die passive Nutzung der Sonnenwärme trägt erheblich zur Reduzierung des Heizwärmebedarfs bei. Eine gute Dämmung des Gebäudes rundet das Konzept ab. Mit rund 10 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr unterschreitet ein Sonnenhaus den von der Energieeinsparverordnung (EnEV) zulässigen Primärenergiebedarf um mehr als 80 Prozent.

Die Idee zum Sonnenhaus ist bereits über zehn Jahre alt. Mitte der 90er Jahre schlossen sich der Architekt Georg Dasch und der Solar-Ingenieur Wolfgang Hilz zusammen, um nach dem Vorbild des Schweizer Solarpioniers Josef Jenni einen Standard für Sonnenhäuser zu schaffen. Gemeinsam gründeten sie das Sonnenhaus Institut e.V. und entwickelten dieses Bau- und Heizkonzept kontinuierlich weiter.

Seit der Gründung im Jahr 2004 sind über 1.500 Sonnenhäuser nach den Prinzipien des Sonnenhaus-Instituts entstanden.

660 Wörter, 4.255 Zeichen (cp – 2014)

Das Sonnenhaus – Ein ausgereiftes Konzept

Als Sonnenhaus bezeichnen die Begründer des Sonnenhaus-Instituts ein Gebäude, in dem die Sonne wenigsten 50 Prozent des Jahreswärmebedarfs deckt. Prägende Merkmale eines solchen Hauses sind das steil geneigte, nach Süden ausgerichtete Dach, auf dem Kollektoren die Sonnenstrahlung aufnehmen. Der große Puffer speichert die Wärmeenergie mit Hilfe von Wasser über mehrere Tage oder Wochen. Eine Flächenheizung in Wand oder Fußboden gibt die Wärme gleichmäßig an die Räume weiter. Für die kältesten und sonnenärmsten Wintertage bedarf es einer Zusatzheizquelle. Das Sonnenhaus setzt auf Biomasse-Heizungen zum Beispiel in Form eines Holzofens, der durch CO2-neutrale Verbrennung den Pufferspeicher nachheizt.

Sonnenhaus-Institut e.V

Das Sonnenhaus-Institut e.V. mit Sitz in Straubing wurde 2004 von Architekten und Ingenieuren aus der Solarbranche gegründet. Sein Ziel ist die Weiterentwicklung und Verbreitung des Bau- und Heizkonzeptes für weitgehend solar beheizte Häuser sowie der Ausbau des Instituts zu einem umfassenden Kompetenznetzwerk. Zur Tätigkeit des Institutes zählen die Erfassung und Auswertung von Sonnenhaus-Daten, die praxisnahe Weiterentwicklung des Sonnenhaus-Konzeptes, die Öffentlichkeitsarbeit für solares Bauen und Heizen, sowie die Schulung und Beratung von Architekten, Planern, Handwerkern und Bauherren. Von 2004 bis jetzt entstanden 1.500 Häuser nach den Kriterien des Kompetenznetzwerks. Weitere Informationen: www.sonnenhaus-institut.de

Für weitere Informationen oder Bildmaterial wenden Sie sich bitte an:

Corina Prutti
das komm.büro
Wagmüllerstraße 16
80538 München
T: 089 1891 708 18
E-Mail: prutti@komm-buero.de

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Sonnenhaus Institut e.V.