Neues MAP macht Sonnenhäuser rentabel

Solarwärmeanlagen mit hohem solaren Deckungsgrad sind einer herkömmlichen Erdgasheizung inzwischen oft auch ökonomisch überlegen. Untersuchungen des Fraunhofer ISE brachten zudem weitere unerwartete Ergebnisse.

Bildquelle: Sonnenhaus-Institut e.V.

Bildquelle: Sonnenhaus-Institut e.V.

Deggendorf, 30. Juli 2015. Das neue Marktanreizprogramm (MAP) für Hausheizungen mit erneuerbarer Energie gibt es schon seit 1. April, aber manche überraschenden Folgen werden erst jetzt klar. Saniert man zum Beispiel ein Gebäude auf den KfW-55-Standard, sind die Jahreskosten einer Solarthermieanlage, die 60 Prozent der Heizwärme liefert, niedriger als bei einer reinen Erdgasheizung. Außerdem lässt sich der ohnehin geringe Primärenergieverbrauch pro Quadratmeter eines KfW-55-Hauses noch einmal halbieren, wenn eine solche kostenoptimale Solarthermieanlage installiert wird.

Bei der Abschlusstagung des Projektes „HeizSolar“ Ende Juni in Berlin zeigte Axel Oliva, Projektkoordinator beim Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), auch, dass es durch die MAP-Förderung sogar billiger ist, die solare Deckung auf 70 oder 80 Prozent zu erhöhen, als eine kleine Solaranlage zu wählen, die nur 30 Prozent schafft. Das geht aus den vorläufigen Ergebnissen des Projektes hervor, in dem seit 2011 neun sogenannte Sonnenhäuser wärmetechnisch vermessen und optimiert wurden. Sven Kobelt vom Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik (ITW) Stuttgart machte darauf aufmerksam, dass die Berechnungen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus gelten. Noch günstiger funktioniere das alles bei Mehrfamilienhäusern, von denen die Forscher ebenfalls drei Exemplare untersucht haben: „Das Verhältnis verschiebt sich vom Heizwärmebedarf zum Trinkwarmwasserbedarf, und ich komme viel einfacher auf hohe solarthermische Deckungsanteile.“

Weitere unerwartete Ergebnisse der HeizSolar-Studie: Um in einem Bestandsgebäude einen solarthermischen Deckungsgrad von 50 Prozent und damit die spezielle Sonnenhaus-MAP-Förderung zu erreichen, kann man oft die alten Heizkörper beibehalten – falls man es schafft, auf einen KfW-55-Standard zu dämmen. Sogar wenn man nur auf KfW-70 dämmt, ist nicht immer eine Fußbodenheizung nötig. Es kann reichen, effiziente Radiatoren (Vorlauf 55 Grad, Rücklauf 45 Grad) einzubauen. Voraussetzung ist die Verwendung von besonders leistungsfähigen Vakuum-Röhrenkollektoren.

Deren Leistungsvorsprung kann man aber auch nutzen, um in einem Einfamilienhaus 50 Prozent solare Deckung mit nur 2 Kubikmeter Speichervolumen zu erreichen.

Ein Wärmespeicher dieser Größe passt auch nachträglich in ein vorhandenes Gebäude – und zwar nicht nur in den Keller.

Der Architekt Georg Dasch, erster Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts e.V., sprach am Rande der Tagung von einer „Riesenchance für Bauherren“ durch die neuen Förderbedingungen. Aber auch die Volkswirtschaft profitiere: „Thermische Solarenergie ersetzt sofort Brennstoff und reduziert den CO2-Ausstoß – ohne irgendein Folgeproblem zu verursachen.“

Die Präsentationen des Abschluss-Workshops zum HeizSolar-Projekt können auf der Website www.diesolarheizung.info heruntergeladen werden. Weitere Informationen zum Sonnenhaus-Institut und Sonnenhaus-Bau- und Heizkonzept gibt es unter www.sonnenhaus-institut.de.

Über das Sonnenhaus-Institut e. V.
Das 2004 gegründete Sonnenhaus-Institut vereinigt bundesweit rund 300 Planer, Installateure und Solarsystemhersteller, die inzwischen mehr als 1.700 Sonnenhäuser im Neubau und Bestand realisiert haben, also zu 50 bis 100 Prozent solar beheizte Häuser.

Hinweis für die Redaktion:
Auf der Website des Sonnenhaus-Instituts sind detaillierte Informationen zur Förderung durch das Marktanreizprogramm zu finden.

Für Presse-Rückfragen:
Sonnenhaus Institut e. V.
Geschäftsstelle Deggendorf
Dipl.-Ing. (FH) Christian Kerschl
Nordweg 11, 94469 Deggendorf
Tel.: 0991 / 2909844
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www.sonnenhaus-institut.de

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