Erstes Jahr mit Neuausrichtung für Sonnenhaus-Institut

SHI Schlagmann Poroton

SHI Schlagmann Poroton Mit einer großen Solarthermie- und Photovoltaikanlage erzeugen Sonnenhaus-Besitzer viel Energie für den Eigenverbrauch. So lassen sich die Energiekosten deutlich reduzieren. Foto: Schlagmann Poroton / Sonnenhaus-Institut

Sonnenhaus-Institut treibt neues Konzept „Intelligente Eigenversorgung mit Energie aus der Sonne für Wärme, Strom und Mobilität“ voran: 2015 erstmals deutlich mehr Sonnenhäuser mit großen Solarthermie- und Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlagen für hohen Autarkiegrad  
 
Deggendorf, 27. Januar 2016. 2015 war das Jahr, in dem sich die Neuausrichtung des Sonnenhaus-Instituts e.V bereits in mehreren Projekten gezeigt hat. Von den 154 Sonnenhäusern, die von Mitgliedern gemeldet wurden, sind neun mit einer großen Photovoltaik-Eigenverbrauchsanlage und teilweise auch mit einer Wärmepumpe ausgestattet. Darüber hinaus geht es mit Großprojekten im Mehrfamilienhaus-Bereich voran. Auch an der Erforschung weitgehend solar beheizter Gebäude wirkt das Sonnenhaus-Institut weiterhin mit. Bereits 2014 hatte das Sonnenhaus-Institut die neuen Kategorien Sonnenhaus Standard, Plus, Autark, f (mit fossiler Nachheizung) und Sonnenhaus im Bestand entwickelt. Im November 2015 gab das Kompetenznetzwerk die Neuausrichtung bekannt. Der Begriff „Sonnenhaus“ bezeichnet jetzt nicht mehr ausschließlich ein Niedrigenergiehaus mit großer Solarwärmeanlage und regenerativer Nachheizung (dies entspricht jetzt dem „Sonnenhaus Standard“), sondern „Intelligente Eigenversorgung mit Energie aus der Sonne für Wärme, Strom und Mobilität“.
 

Sonnenhaus der neuen Generation in Heilbronn  

Um einen hohen Autarkiegrad in der Wärme- und Stromversorgung zu erreichen, werden Sonnenhäuser zusätzlich zur großen Solarwärmeanlage künftig häufiger eine große Photovoltaikanlage haben. Mit dieser kann zum Beispiel Strom für die Wärmepumpe und Haushaltsgeräte, aber auch für ein Elektroauto erzeugt werden. Ein solches Sonnenhaus hat beispielsweise das Mitgliedsunternehmen KHB Creativ-Wohnbau in Heilbronn errichtet.  
Auf dem Süddach des „Sonnenhauses Jens“ sind 62 Quadratmeter Solarstrommodule (9,4 Kilowattpeak Spitzenleistung) und 15 Quadratmeter Solarkollektoren installiert. Damit können knapp 60 Prozent des Heizenergiebedarfs solar gedeckt werden. Das Energiekonzept wird durch eine solarstromgeregelte Luft-Wasser-Wärmepumpe und einen Scheitholz-Kachelofen für behagliche Wärme im Wohnraum abgerundet. Mit dem Strom aus der PV-Anlage können die Bewohner etwa 42 Prozent des Haushaltsstroms solar decken. Das massiv gemauerte Einfamilienhaus mit 284 Quadratmeter Nutzfläche war im Sommer 2015 bezugsfertig.  
„Die Kombination von Solarthermie und Photovoltaik ist der beste Garant für eine größtmögliche Unabhängigkeit vom Energieversorger und eine hohe CO 2-Einsparung“, sagt Rainer Körner, Geschäftsführer des Bauunternehmens KHB Creativ-Wohnbau.  
   
Seit November 2015 ist er zweiter Vorsitzender des Sonnenhaus-Institut e.V. Kriterium für ein Sonnenhaus ist aber immer noch, dass mindestens 50 Prozent des Wärmebedarfs in dem gut gedämmten Gebäude solar gedeckt werden, nun aber optional mit Solarthermie und / oder Photovoltaik.  
Das „Sonnenhaus Jens“ wurde in das Forschungsprojekt “SolSys – Analyse und Optimierung solarer Energieversorgungssysteme für Wohngebäude, deren Wärme und Strombedarf überwiegend durch Solarenergie bereitgestellt wird” aufgenommen. Es wird jetzt vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und der Solar- und Wärmetechnik (SWT) Stuttgart wissenschaftlich ausgewertet. Das Sonnenhaus-Institut setzt damit seine Tätigkeit in der Forschung fort. Von 2010 bis 2015 hatten die Experten für solares Bauen bereits in dem nun abgeschlossenen Forschungsprojekt „HeizSolar“ mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums mitgewirkt.  
Wie schon in der Vergangenheit, sind die meisten der im Jahr 2015 beauftragten Sonnenhäuser Einfamilienhäuser. 66 Prozent fallen darunter. Darauf folgen mit 17 Prozent Mehrfamilienhäuser mit zwei oder drei Wohneinheiten, danach mit 15 Prozent Mehrfamilienhäuser mit mehr als drei Wohneinheiten. Zwei Prozent der neuen Sonnenhaus-Projekte sind gewerblich genutzte Gebäude.  


Mehrfamilienhäuser mit hohen solaren Deckungsgraden

Kanalstraße 15 Rückseite

Kanalstraße 15 Rückseite In der Chemnitzer Kanalstraße hat die FASA AG denkmalgeschützte Mehrfamilienhäuser zu Sonnenhäusern saniert. Dieses Gebäude wird zu 90 Prozent solar beheizt. Foto: FASA AG

Je größer das Gebäude, desto höher ist die Wirtschaftlichkeit. Und so gewinnt der Mehrfamilienhaussektor an Bedeutung. Ein Vorzeigeprojekt stammt von dem Mitgliedsunternehmen FASA AG. Das Bauunternehmen hat in Chemnitz einen denkmalgeschützten Altbau (Kanalstraße 15) zum Sonnenhaus mit 90 Prozent solarem Deckungsgrad saniert. Von der überschüssigen Wärme von 130 Quadratmetern Kollektorfläche profitiert das ebenfalls sanierte Nachbarhaus (Kanalstraße 13). Die Sanierung des Hauses Kanalstraße 17 ist ebenfalls abgeschlossen, das Haus mit der Nummer 19 fast. Diese beiden Mehrfamilienhäuser werden zu 80 Prozent solar beheizt.  
Im oberbayerischen Laufen baut die gemeinnützige Baugenossenschaft Selbsthilfe Salzachkreis derzeit zwei solar beheizte Mehrfamilienhäuser. Kurz vor Weihnachten wurden die beiden Großspeicher aufgestellt. In den jeweils 15 Meter hohen Speichern wird die Wärme von 320 Quadratmetern Kollektorfläche vorgehalten. Zusätzlich zu der Solarheizung werden die beiden Wohngebäude mit insgesamt zehn Wohnungen an ein bestehendes Nahwärmenetz mit einer Hackgut-Heizzentrale angeschlossen. Das Anlagenkonzept und die Kerntechnik stammen von Solar-Partner Süd, Gründungsmitglied des Sonnenhaus-Instituts. Der Heizungs- und Solarfachbetrieb hat auch schon die Anlagentechnik für die ersten beiden rein solarthermisch beheizten Mehrfamilienhäuser in Laufen zugeliefert. Sie wurden 2009 fertig gestellt.  
Insgesamt gibt es über 1.800 weitgehend solar beheizte Häuser in Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien, die allein aus dem Kreise des Sonnenhaus-Instituts e.V. heraus entstanden sind. Ziel der Planer des Sonnenhaus-Instituts ist es immer, den für die Bauherren idealen Mix an Technologien für einen hohen Autarkiegrad und Wirtschaftlichkeit zu finden.

Weitere Informationen:  
Sonnenhaus-Institut e.V.: www.sonnenhaus-institut.de und www.twitter.com/SHInstitut
KHB-Creativ Wohnbau GmbH: www.khb-wohnbau.de
FASA AG: www.fasa-ag.de
Solar-Partner Süd GmbH: www.solar-partner-sued.de  
 
 
Weitere Informationen:  
 
Sonnenhaus-Klassifizierung seit Juni 2014:  
http://www.sonnenhaus-institut.de/wp-content/uploads/1-Sonnenhauskriterien-2014.pdf
 
Beispielrechnungen für Sonnenhaus-Förderung im Marktanreizprogramm:  
http://www.sonnenhaus-institut.de/wp-content/uploads/solarfoerderung_beispiele.pdf
 
Solarwärme für zukunftsgerechtes Wohnen:  
Hintergrundartikel über das Sonnenhaus-Konzept sowie Informationen über die Innovationsförderung im Marktanreizprogramm, die seit April 2015 für Sonnenhäuser gewährt wird:  
www.sonnenhaus-institut.de/solararchitektur/heizen-mit-pellets-und-sanieren/guenstigste-heizung-marktentwicklung/solarwaerme-fuer-zukunftsgerechtes-wohnen.html
 
Für Presse-Rückfragen:   
 
Sonnenhaus Institut e.V., Geschäftsstelle Deggendorf
Dipl.-Ing. (FH) Christian Kerschl
Geschäftsführer Sonnenhaus-Institut e.V.  
Nordweg 11, 94469 Deggendorf
Tel.: 0991 / 2909844
E-Mail: ed.tu1498460858titsn1498460858i-sua1498460858hnenn1498460858os@lh1498460858csrek1498460858

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