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Vom (K)Altbau zum Sonnenhaus

 

Wer mit niedrigen Heizkosten komfortabel wohnen und mit Sonnenenergie unabhängig heizen will, muß deshalb nicht neu bauen. Die Mehrzahl bestehender Wohngebäude ließe sich zu vollwertigen Sonnenhäusern umrüsten. Das Ziel sollte sein, den Heizenergiebedarf durch Dämmaßnahmen und Einbau neuer Fenster um mindestens die Hälfte zu reduzieren und 50% des verbleibenden Gesamtwärmebedarfes mit einer Solaranlage zu decken. Die hierfür aufzubringenden Investitionen können eine Größenordnung von 120 bis 150 TSD Euro für ein Einfamilienhaus erreichen; immerhin würde ein entsprechender Neubau mehr als das Doppelte - zuzüglich Grundstück - kosten. Häufig wird auch übersehen, daß eine energetische Altbausanierung höheren Wohnkomfort und eine entsprechende Wertsteigerung des Gebäudes bedeutet. Dennoch scheuen viele Haubesitzer den „großen Wurf“. Sie glauben durch successives Stopfen von „Energielöchern“ den exponentiell anwachsenden Heizkosten entgegensteuern zu können. Ein paar Jahre lang mag diese Rechnung scheinbar aufgehen.

1. Gebäudesanierung
Der Weg vom (K)altbau zum Sonnenhaus führt in der Regel nur über eine konsequente energietechnische Sanierung des Gebäudes. Dies muß mit Sachverstand und Weitblick angegangen werden. Nur durch einen erheblich verbesserten Dämmstandard kann mit vertretbarem Aufwand ein solarer Deckungsgrad über 50% erzielt werden. Um ideale Voraussetzungen für eine steile Kollektorneigung und die Aufstellung eines Großspeichers zu schaffen, sind manchmal zusätzliche bauliche Maßnahmen erforderlich.

2. Ausrichtung der Kollektoren
Wie beim Neubau darf die Kollektorfläche bis zu 30 Grad nach Westen oder Osten abweichen. Eine Neigung von mindestens 35 Grad, möglichst 45-60 Grad wäre gut um die Wintersonne besser nutzen zu können und zu hohe Temperaturen im Sommer zu vermeiden. Wenn das Dach diese Voraussetzungen nicht erfüllt, gibt es die Möglichkeit Kollektoren aufzuständern, an einer verschattungsfreien Südfassade oder auf einem Nebengebäude anzubringen.

3. Einbau eines Pufferspeichers
Zur Speicherung der Sonnenwärme wird ein möglichst großer Solartank gebraucht. Hier sind im Altbau durch die gegebenen Platzverhältnisse (Raumhöhe, Türbreiten) meist Grenzen gesetzt. Deshalb werden häufig kellergeschweißte Pufferspeicher eingebaut, die in Einzelteilen angeliefert und vor Ort zusammengeschweißt werden. Die mögliche Einbaugröße des Pufferspeichers bestimmt i.d.R. die mögliche Dimensionierung der Solaranlage. Weniger empfehlenswerte Alternativen sind: die Aneinanderreihung mehrerer kleinerer Speicher, das Vergraben des Speichers im Erdboden, oder die Unterbringung in einem unbeheizten Anbau.

4. Niedertemperaturheizung
Je niedriger die Heiztemperatur umso höher der Solarertrag ! Ideal für Wohnkomfort und Solarertrag wäre eine Flächenheizung. Wandheizungen können eher nachgerüstet werden als Fußbodenheizungen und sind außerdem ein gutes Mittel gegen feuchte Mauern. Eine vorhandene Heizkörperheizung kann durch die nachträgliche Wärmedämmung der Außenhaut und den Einbau neuer Fenster auf niedrigerem Temperaturniveau betrieben werden.

5. Nachheizung mit Biomasse
Für die Nachheizung des Pufferspeichers bieten sich – je nach Wärmebedarf des Gebäudes, Investitionsbereitschaft und Komfortbedürfnis der Bewohner verschiedene Möglichkeiten an. Zum Beispiel kann die vorhandene Ölheizung durch eine ebenfalls vollautomatisch betriebene Holzpellet-Zentralheizung ersetzt werden, wobei der Tankraum als Brennstofflager genutzt wird. Alternativ bietet sich ein Holzvergaserkessel an. Bei gutem Dämmstandard kommen auch wohnraumbeheizte Pellet- oder Stückholzöfen mit Wassereinsatz in Betracht.

 

 

 

Beispiel: Sanierung eines Zweifamilienhauses mit Einbau einer großen Solaranlage

 

Vom (K)Altbau....

 

....zum Sonnenhaus

 

Gesamtverbrauch vorher:

6.000 L Heizöl gemittelt auf 10 Jahre.

Gesamtverbrauch nachher:

1.200 L Heizöl oder
6 Raummeter Buchenholz oder
2.400 kg Pellets.

 

 

 

Platzgeschweißter Solarspeicher im Altbau-Keller:

   
   
   

 

 
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